2017 willingmannMaschinenbauer und Mediziner aus Magdeburg machen künftig gemeinsame Sache: Forscherinnen und Forscher der Orthopädischen Universitätsklinik und der Hochschule Magdeburg-Stendal wollen aus neuen Materialienhypoallergene, antibakterielle und verschleißfreie Implantate entwickeln, vor allem für Hüft- und Knieprothesen. Das Ziel: Operationen vermeiden und das Wohlbefinden von Patientinnen und Patienten steigern. Die Forschung wird im „Kompetenzzentrum Orthopädie und Unfallchirurgie 4.0“ gebündelt, das am 12. Januar 2017 von Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann offiziell eingeweiht wurde. Das Land hat die Einrichtung des Kompetenzzentrums mit gut 1,2 Millionen Euro für neue Geräte gefördert. Ich bin stolz darauf, auch einen Beitrag dafür geleistet zu haben, dass dieses Kompetenzzentrum an den Start gehen konnte. Deshalb folgte ich gern der Einladung zur Eröffnung.

 

Minister Willingmann sprach mir aus dem Herzen, als er sagte, dass „Gesundheit ein kostbares Gut ist, das darüber hinaus auch eine große wirtschaftliche Bedeutung hat“. Daher ist es gut, dass sich im neuen Kompetenzzentrum in Magdeburg Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachrichtungen zusammentun, um mittels Spitzenforschung medizinische Innovationen zu entwickeln. Wenn durch neuartige Implantate die Zahl der notwendigen Operationen sinkt, dann ist das natürlich gut für die Patientinnen und Patienten und die Gesellschaft insgesamt. Und wenn diese medizintechnischen Innovationen künftig in Sachsen-Anhalt hergestellt werden, dann profitiert unsere Wirtschaft gleich doppelt.

Im Jahr 2010 wurden in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 209.000 Hüftimplantate und 175.000 künstliche Kniegelenke eingesetzt – Tendenz steigend. Aufgrund des hohen Verschleißes nimmt seit Jahren auch der Anteil der Operationen zum Ersatz der Implantate zu. Im neuen Kompetenzzentrum sollen daher Erkenntnisse aus dem Maschinenbau, vor allem zu Oberflächenbearbeitung und Werkstoffmodifikation, auf die Medizintechnik übertragen werden, um verschleißfreie Implantate zu entwickeln. Geforscht wird auch an antibakteriellen und hypoallergenenImplantaten, die vom Körper nicht abgestoßen werden und sich nicht infizieren. Das Kompetenzzentrum soll als Schnittstelle zwischen Medizin sowie Werkstoff-, Fertigungs- und Messtechnik fungieren und auch die regionale Wertschöpfung im Blick haben.