2017 04 benefiztalk runde klÜber 1500 Euro Spenden brachte der 1. Benefiz-Talk in Unterrißdorf ein. Die Veranstaltung der SPD Lutherstadt Eisleben fand am Freitag zugunsten des Kinderschutzbundes Mansfeld-Südharz statt und brachte prominente Gäste aufs Podium im „Gut Peter“. Denn dort diskutierten mit Petra Grimm-Benne immerhin die stellv. Ministerpräsidentin und Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration, mit Daniela Liedmann die Koordinatorin des Kinderschutzbundes Mansfeld-Südharz, und mit Angela König eine seit Jahren engagierte Sponsorin mit einem großen Herz für Kinder. In der Moderation von SPD-Bundestagskandidatin Katrin Budde legten die Akteure den Finger allsbald in die Wunde. Kinderarmut sei immer Familienarmut, sagte Ministerin Grimm-Benne: Man könne sich um kostenloses Essen für die Kinder sorgen, Kleidung geben und die Teilhabe an Veranstaltungen vieler Art sorgen. Das alles sei gut und richtig, doch die Ursache werde nicht bekämpft. Was die Familien bräuchten, sei gute und gut bezahlte Arbeit.

In Sachsen-Anhalt habe man auf dem Arbeitsmarkt erstmals eine Situation, in der Arbeitskräfte händeringend gesucht werden. „Diese Chance wollen wir nutzen und möglichst viele der ca. 40.000 Langzeitarbeitslosen zurück auf den Arbeitsmarkt bringen. Dafür hat die Landesregierung fünf Millionen Euro in diesem und 10 Millionen Euro im nächsten Jahr freigegeben.“ Natürlich seien ihr die Probleme bewusst, die es in vielen Familien gebe, die bereits lange von Sozialleistungen lebten. Es sei eine große Aufgabe, Menschen wieder zurück ins Arbeitsleben zu führen. Das Landesprogramm „Stabilisierung durch Teilhabe am Arbeitsleben“ ziele auf die Schaffung einer niedrigschwlligen Einstiegsmöglichkeit in geförderte und begleitete Beschäftigung. Ziel sei es, bis zu 2000 längerfristige Arbeitsgelegenheiten – zusammen mit den Jobcentern – bereit zu stellen. Grimm-Benne: „Das neue Programm bietet die Möglichkeiten, Betroffenen ganz individuelle Wege aus ihrer Situation aufzuzeigen.“

Daniela Liedmann vom Kinderschutzbund hörte die Ankündigungen der Ministerin mit zunehmend größeren Ohren: „Wir arbeiten seit Jahren in unseren Einrichtungen und Projekten mit der ständigen Angst im Hinterkopf, dass uns die Mittel gekürzt werden. Es tut gut, solche Worte wie heute Abend von der Politik zu hören.“

2017 04 benefiztalk tanz klUnd trotzdem: Sorgenlos werden soziale Einrichtungen wohl nie ganz leben können. Um kleine Wünsche erfüllen zu können, sind so großzügige Sponsoren immer wieder gefragt, die sich beim Benefiz-Talk zahlreich auf „Gut Peter“ in Unterrißdorf fanden. Die Magdeburgerin Angela König hilft mit privaten Mitteln und Kontakten seit fast zehn Jahren dem Kinderschutzbund in Eisleben. Ihr jüngstes Projekt: 25 Kindern des Mehrgenerationenhauses „Sternschnuppe“ in Eisleben will sie ein Besuch des Kulturfestival „Opus Aquanett“ des Magdeburger Vereins „Kulturanker“ im Juli ermöglichen. Inklusive Lesung, Konzert und Bau eines Bootes, das sie anschließend mit nach Hause nehmen können. 900 Euro braucht sie dafür – fast die Hälfte brachte der Benfiztalk dank der Spenden der Ministerin, Moderatorin Katrin Budde und dem Verkauf von Buddeletten und Getränken zusammen. Um Letzteres hatten sich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Eisleben und die Mitglieder des Heimatvereins Unterrißdorf förmlich gerissen. Weitere 1.120 Euro brachte der Benefiz-Talk für die Neugestaltung der gemeinsamen Freifläche von Kinderhaus „Tiegel“ und Tagesgruppe „Rasselbande“ in Hettstedt ein. Das Geld hatten drei Sponsoren gespendet, u.a. Familie Stieberitz von der Firma Romonta.

Und nicht nur am Rande erwähnt; für das vergnügliche und unterhaltsame Rahmenprogramm zeichneten Chor und Tanzgruppe des Kinderschutzbunds und die Musikschule Fröhlich verantwortlich.